Voruntersuchung und Diagnostik

Mögliche Tinnitus-Auslöser, Ursachen und das Hörerleben sind individuell sehr unterschiedlich

Zu Anfang steht daher ein ausführliches Informationsgespräch zur Tinnitus-Vorgeschichte, zu den aktuellen tinnitusbezogenen Beeinträchtigungen sowie zur Klärung der Erwartungen und Ziele. Anschließend folgt die Diagnostik, die das Hörsystem auf rein organisch behandelbare Tinnitus-Ursachen hin abklärt. Diese besteht aus folgenden Komponenten:

  • Ohrmikroskopie
  • Nasenracheninspektion
  • Ton- und Sprach-Hörtests mit
    Unbehaglichkeitsschwelle & Tinnitus-Bestimmung
  • Gleichgewichtstest
  • Spezialuntersuchungen mit diffenzierter Messung der Hörsinneszellen
    (Otoakustische Emissionen, OAE) und der Hörnerven (BERA)

So weit diese Untersuchungen beim betreuenden HNO-Facharzt am Heimatort bereits durchgeführt wurden, sind Befundkopien ausreichend, um unnötige Zweituntersuchungen zu vermeiden.

Zur Abklärung der Kiefergelenksfunktion und der Halswirbelsäule ziehen wir entsprechende Spezialisten hinzu. In Einzelfällen ist eine Kernspintomografie (MRT) zur Sichtbarmachung des Hörsystems erforderlich.

Mit dem Tinnitus-Fragebogen (nach Goebel & Hiller 1998) wird das Ausmaß der Tinnitus-Belastung ganz individuell nach standardisierten Kriterien erfasst. Denn hiervon hängt u.a. das weitere Vorgehen ab:
Es bestimmt die Notwendigkeit, den Umfang und die Inhalte des späteren Therapieplans. Auch zur Beurteilung des Therapieerfolgs im Verlauf der Therapie ist der Tinnitus-Fragebogen ein wichtiges Instrument im Rahmen der Qualitätssicherung.

Entwicklung eines individuellen Störungsmodells

Aus der Zusammenschau der Befunde und den tinnitusbezogenen Beeinträchtigungen wird – unter Beachtung ganzheitlicher Aspekte – ein individuelles Modell der Tinnitus-Entstehung und -Aufrechterhaltung entwickelt.

Gemeinsam mit dem Betroffenen werden dabei relevante Einflussfaktoren auf die Tinnitus-Wahrnehmung innerhalb bio-psycho-sozialer Dimensionen gewichtet (siehe Abbildung) und die Art der individuellen therapeutischen Vorgehensweise abgestimmt.

Den Betroffenen sehen wir hierbei immer als Kooperationspartner „in Augenhöhe“ an, der vor dem Hintergrund subjektiver Anschauungen und Störungstheorien mit entscheidet, nach welchem Modell er behandelt, beraten oder begleitet werden will.

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Diagnostik

Das persönliche Gespräch
Vor jeder Behandlung steht das eingehende Gespräch, das bereits wichtige Informationen über die Art und Dauer Ihrer Beschwerden sowie wichtige Hinweise auf sinnvolle Behandlungsschritte gibt.

Die Untersuchungen
Hieran schließen sich die für Ihre Situation angemessenen und medizinisch notwendigen Untersuchungen und Tests an.

  • Moderne Methoden der Hör- und Gleichgewichtsdiagnostik Ohrmikroskopie,
  • Ton- und Sprachaudiometrie,
  • Impedanzmessung
  • Messung otoakustischer Emissionen (aktive Schallaussendungen des Innenohres) als objektive Funktionsmessung des Innenohres
  • BERA (Hirnstrom-Messung unter akustischer Reizung) zur Beurteilung des Hörnerven
  • Tinnitus-Analyse (Bestimmung der Frequenz, Lautheit, Verdeckbarkeit) und Tinnitus-Belastungsdiagnostik
  • Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle (bei Hyperakusis)
  • Koordinationstests und Gleichgewichtsuntersuchungen
  • Endoskopie der oberen Atem- und Speisewege
  • Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen und Halsorgane
  • Allergie-, Riech- und Geschmackstests